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Reiseplanung: Wo sollte man in Istanbul übernachten?

Wo sollte man in Istanbul übernachten? Eine berechtigte Frage, führt man sich die Riesenhaftigkeit der Stadt vor Augen. Leider kann man sie nicht pauschal beantworten. Es kommt immer darauf an, was man will (und wieviel Zeit man hat). Mit meinem kleinen Fragenkatalog sollte man der Antwort jedoch schon etwas näher kommen.

Frage 1: Wie übernachte ich am besten in Istanbul?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man in Istanbul übernachten kann. Die einfachste ist es, sich über eines der großen Hotelportale und Preisvergleichsseiten ein Zimmer zu buchen. Meiner Meinung nach ist das jedoch eine der uninspirierteren Wege. Nichts ist langweiliger als eine Hotel-Lobby, die am besten gleich neben einem Starbucks liegt und über einen eigenen Flughafen-Service verfügt. Ganz zu schweigen von dem verlangten Preis und dem, was man dafür bekommt.

Nein! Das ist definitiv keine Empfehlung. Die Stadt lebt von seinem Facettenreichtum, seinen Straßen und den Menschen die darin leben. Außerdem möchte man doch ein wenig individueller unterwegs sein, als die graumelierten Frühpensionäre nebst Gattin, die vermehrt Touristenziele überfluten (wir werden ja mit dem Alter immer mobiler).

Mein Tipp: Einfach mal bei AirBnB (Hinter dem Link ist auch ein Gutschein versteckt, falls Du das erste mal etwas darüber buchen solltest) reinschauen. Okay, ich gebe zu, dass ist jetzt nicht unbedingt ein Geheimtipp – aber man denkt nicht immer sofort daran. Erst klappert man für gewöhnlich die Hostel-Seiten ab, Couchsurfing-Portale, Hotelbla und Blog-Tipps – von AirBnB redet jedoch kaum einer. Seltsam.

Der Vorteil der Plattform besteht zum einen aus dem Preis, der Lage und ganz häufig im Kontakt mit den Einheimischen. Ihr könnt auswählen, ob Ihr lieber eine kleine Wohnung ganz für Euch allein haben wollt oder ob Ihr, wie in einer WG, Euch eine Wohnung mit den Besitzern teilt. Beides eine tolle Erfahrung.

In Istanbul hatten wir uns in ein kleines Apartment eingenistet. Onat, der Vermieter, war ein ziemlich netter Kerl, der zwar nebenan ein kleines Guesthouse geführt hat, aber dementsprechend auch immer vor Ort war. Immer hilfsbereit und immer freundlich. Gefehlt hat es uns an nichts und man hat sich relativ schnell, fast wie zuhause gefühlt. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Hotel oder dem Hostel.

Frage 2: Welcher Stadtteil Istanbuls ist der Richtige für mich?

Die Stadt lässt sich am einfachsten in drei große Bereiche aufteilen:

  • Beyoglu und alles rund um die Istiklal Caddesi
  • Sultanahmet, als touristischer Hotspot
  • Die unterschätzte asiatische Seite

Du möchtest in Beyoglu wohnen?

Unser Apartment lag ungefähr 5 Gehminuten von der Kreuzung Istiklal/Galatasaray Platz entfernt und lag damit hart an der Grenze zwischen traditionell geprägten Stadtbild und dem jungen, durchaus mal betrunkenen und pulsierenden Istanbul.

Wenn man Abends nach Hause gegangen ist, ging man zwangsläufig durch Gassen voller Bars, Gitarre spielenden langhaarigen Hipster-Türken, Fischrestaurants, Lady-Boys, Intellektuellen, Obdachlosen, H&M-Tüten-Trägern, Nippesläden, Obsthändlern – die Mischung ist kaum zu beschreiben.

Ging man jedoch in die andere Richtung, wurde es dunkel und weniger laut. Hier spielten Abends die älteren Herren Backgammon und tranken Tee. Tagsüber hingen die Frauen ihre Wäsche über die Straße und die Kinder spielten mit altem Zeugs. Ausländer haben sich eher selten hierher verirrt.

Vorteil Beyoglu: Auf der Istiklal ist immer etwas los. In den abzweigenden Gassen steppt der türkische Bär und Fussball wird hier gelebt. Auf dem Weg zum Wasser entdeckt man immer wieder neue, kleine Geschäfte und Cafés. Manchmal erinnert es ein wenig an Berlin, mit seinen jungen Leuten, Vintage-Läden und Baklava-Bäckereien. Ach – und wer mit einem Billigflieger kommt und am Gökcen-Flughafen landet, kommt mit dem Havatas-Bus (14 TL p.P.) am Taksim-Platz an.

Nachteil Beyoglu: Wer keine Lust hat, Bus oder Taxi zu fahren, muss mindestens 1x am Tag den Berg hinauf! Außerdem nervt die Istiklal mit der Zeit schon. Einkaufsstraße halt.

Sultanahmet ist der Stadtteil deiner Wahl?

Hier möchte ich nicht wohnen. Tourigruppen überall. Die Restaurant-Koberer nerven tierisch. Die Preise sind fast die gleichen wie in Deutschland. Vorteil ist jedoch: Wer nur kurz in Istanbul ist, hat gleich alles vor der Nase. Man wohnt quasi in einem Museum. Außerdem gibt es eine Direktverbindung mit der Bahn zum Atatürk-Flughafen. Nice! Wenn man also in Instanbul übernachten will und nur sehr wenig Zeit hat, der sollte sich hier umschauen.

Warum nicht auf der asiatischen Seite wohnen?

Wir waren ein bisschen sehr begeistert, als wir auf die asiatische Seite, nach Kadiköy gefahren sind. Alles ist ein bisschen kleiner, ein bisschen ruhiger und entspannter – aber keineswegs langweiliger. Hier tummeln sich viele Studenten und junge Leute. Es gibt schöne kleine Cafés, Street-Art und leckere Waffeln, die viel günstiger und reichhaltiger waren, als in Beyoglu.

Auf AirBnB gibt es sogar ein paar tolle Angebote. Sollten wir nochmal dorthin fahren, wäre das auf auf jeden Fall eine Überlegung wert. Schließlich fährt der Airport-Shuttle von Gökcen-Flughafen auch in diesen Stadtteil.

Besonders gut: Wenn man auf dieser Seite wohnt, kommt man jeden Tag in den Genuss einer kurzen, knapp 15-minütigen Bosporus-Fahrt. Der Anblick der Moscheen, der Häuser – der ganzen Stadt, ist einfach nur atemberaubend!

Wo sollte man in Istanbul übernachten – ein Fazit

Istanbul ist riesig groß. Jeder Stadtteil hat so seine Vorteile. Eine Arbeitskollegin fand den Stadtteil Fatih, der am goldenen Horn liegt, super toll, weil er noch so ursprünglich war. Gleiches findet man jedoch auch rund um den Beyoglu-Turm und die Istiklal-Cadessi, wenn man sich etwas abseits der Touristenpfade bewegt.

Unsere Lieblingsstraße, die wir auch relativ häufig den Berg hinunter gegangen sind, war die Turnacibasi Sk, an der auch das Aga Hamami liegt. Hier ist es ruhig und man hat 3-5 schöne Cafés vor der Tür in denen es auch türkisches Frühstück gibt. Außerdem hat man es nicht weit zur Straßenbahnhaltestelle Tophane, von wo aus man schnell nach Sultanahmet kommt.

Wer hier ein nettes Angebot findet, sollte zuschlagen. Das ist jedoch nur eine subjektive Empfehlung. 🙂

Wo sollte man in Instanbul übernachten?

Die Turnacibasi Sk und das Eingangsschild zum Aga Hamam.